MARKTNEWS                                                          Dienstag, 16. August 2022

> Letztes Update; Dienstag, 16. August 2022, 08:45 Uhr  

Heizölpreise geben zögerlich nach 

Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten sind am Montag zum Start in die neue Handelswoche deutlich zurückgefallen. Auch die Heizöl-Notierungen haben nachgegeben, aufgrund des schwachen Euros und der nur wenig gefallen Gasölpreise aber nur in einem wesentlich geringen Umfang. Heute ist mit einer weitgehend stabilen Entwicklung zu rechnen.

Auslöser für den Wochenstart waren schlechter ausgefallene Wirtschaftsindikationen aus China, wo sowohl die Einzelhandelsumsätze, als auch die Industrieproduktion per Juli deutlich unter den Prognosen der Analysten lagen. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass der Iran seine Zustimmung zum finalen Vertragsentwurf geben könnte, sodass von dieser Seite auch bald wieder mit deutlich höheren Exportmengen zu rechnen wäre. Bis vor kurzem hat es eher danach ausgesehen, als dass die Verhandlungen zum Atomabkommen kurz vor dem endgültigen Scheitern stehen, nun ist nicht auszuschliessn, dass es eine Einigung in wenigen Tagen geben könnte. In Anbetracht dessen haben die Rohölpreise derzeit eher wenig Spielraum nach oben.

Ausserdem die Erwartung, dass die Dieselexporte Chinas im August deutlich steigen und das höchste Niveau seit gut einem Jahr erreichen könnten, bringt derzeit Druck auf den Ölkomplex. Möglich macht dies der durch die Corona-Beschränkungen deutlich gefallen Verbrauch im Inland. Auch was die Konjunkturentwicklung in China anbetrifft, zeigen sich immer mehr Marktexperten skeptisch und mittlerweile rechnen einige Analysten nur noch mit einem Wachstum von rund vier Prozent, was für chinesische Verhältnisse sehr wenig ist.

Einen stärkeren Rückgang der Heizöl- und Dieselpreise verhindern nach wie vor die sehr niedrigen Destillat-Bestände in den USA und in Europa. Anders als es um diese Jahreszeit üblich ist, sind die Vorräte kaum angestiegen, die ohnehin auf einem sehr niedrigen Niveau liegen. Dies auch, weil Niedrigwasser die Versorgung über die Binnenschifffahrt stark beeinträchtigt und gleichzeitig die Frachtkosten stark erhöht. Hinzu kommt eine bereits über Wochen hinweg sehr starke Nachfrage nach Heizöl.

> Unsere Marktbeurteilung ist eine Momentaufnahme am Morgen des jeweiligen Tages